10 Jahre Living in a Box

10 Jahre, 42 Länder, 854 verschiedene Übernachtungsplätze, 517 Reiseberichte, 1 Abenteuer. Das hätten wir uns nicht träumen lassen als wir am 26. April 2016 (nach 1 Jahr Vorbereitungszeit), im Schneeregen, losgefahren sind. Da planten wir nämlich gerade mal 1 Jahr wegzufahren. Hach, was waren wir noch jung damals…

Zum Glück hatten wir vor 10 Jahren den Mut, mitten in unserem Erwerbsleben, loszufahren und von unterwegs aus zu arbeiten. Zum Glück hatten wir den Mut auch ausgedehnte Reisen in Länder, die weniger bekannt sind, zu wagen. Zum Beispiel nach Moldawien, Transnistrien oder in den Kosovo.

854 verschiedene Übernachtungsplätze in 10 Jahren

Reisen mit Katze im Wohnmobil

Wir hätten auch nie im Leben gedacht, irgendwann zu dritt zu reisen. Seit Sommer 2023 lebt nämlich Monti, ein bulgarischer Kater mit rumänischem Migrationshintergrund bei uns im Bus und hält uns auf Zack. Seine Geschichte bei uns beginnt hier.

Fiat Ducato Kastenwagen Erfahrungen

Das Hörnli, ein Fiat Ducato Bus aus dem Jahr 2015, hat mittlerweile über 120000 km auf der Logge. Bis auf Verschleissteile, die ausgewechselt werden mussten, hatten wir nur 1 x Probleme. Beim Comfortmatic-Getriebe hatte die Werkstatt 10 Jahre lang vergessen, bei der Inspektion die Hydraulikflüssigkeit zu ersetzen. Das hat eine Abschleppaktion nach sich gezogen (und möglicherweise langfristige Schäden, weil da immer noch das Ruckeln ist). Ansonsten ist technisch alles top und der Fiat ist sehr zuverlässig. Obwohl wir ihn auch ab und zu da bewegen, wo ein Strassenfahrzeug eigentlich nicht hingehört.

Und die Qualität des Innenausbaus?

Viele Wohnmobilisten und Kastenwagen-Fahrer beklagen sich über zum Teil gravierende Ausbaumängel und eine unterirdische Fertigungsqualität des Innenausbaus. Auch im Premium-Bereich, also bei Fahrzeugen, die um oder über 200000 Euro kosten. Betroffen zu sein scheinen vor allem die Boom-/Corona-Jahrgänge 2020 bis 2024.

Wir hingegen können nicht klagen. Natürlich sieht man nach 10 Jahren Abnutzungsspuren. Vor allem an den Polstern und an stark belasteten Möbelstellen. Und klar mussten wir auch einige Dinge ersetzen (die Lichtleisten von Dometic waren z.B. leider echt mies). Der Gaskühlschrank war nach 8 Jahren kaputt und wir entschieden ihn durch einen Kompressor-Kühlschrank zu ersetzen. Trotzdem sind wir mit der Qualität des LMCs, der das Design von Pössl übernommen hat und bei Dethleffs in Isny ausgebaut wurde, sehr zufrieden.

Immer noch zufrieden mit der Grösse des Busses?

Natürlich schielen wir bei Kälte und vor allem Dauerregen auf teilintegrierte und noch eher grössere vollintegrierte Wohnmobile. Sie bieten nunmal viel mehr Platz als ein Kastenwagen. Auch zum arbeiten wären sie ideal. Und unser Tiger hätte ebenfalls mehr Platz.

Aber die Vorteile werden zu Nachteilen, wenn man – im Süden – in engen Städtchen unterwegs ist und dort kleine Parkplätze anfahren will. Oder ganz einfach, wenn man in Yorkshire (und fast überall in Grossbritannien) bis auf den letzten Millimeter an die Steinmauer raus muss weil Gegenverkehr ist.

Was hat sich bei den Stellplätzen verändert?

Die Wohnmobil-Schwemme hat in Europa viele neue offizielle Stellplätze generiert. Vor allem in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien hat sich echt viel getan. Manche einfachere Plätze sind immer noch kostenlos, manchmal sind sie kostenpflichtig und ab und zu auch richtig luxuriös und teuer.

Dafür gibt es, gerade bei touristischen Sehenswürdigkeiten und an den Küsten, zunehmend mehr Übernachtungsverbote und Teppichbalken (Höhenbeschränkungen) auf Parkplätzen.

Die Schweiz war noch vor 10 Jahren ein Freihstehparadies. Man konnte fast überall problemlos übernachten. Mittlerweile ist das Land zugepflastert mit Übernachtungsverboten. Campingplätze werden reihenweise geschlossen und es entstanden nur sehr wenige echte neue Stellplätze wie z.B. der Platz in Gähwil. Wenn neue “Stellplätze” entstehen, sind das meist Parkplätze ohne jegliche Services wie Wasseranschluss oder Strom. Und die kosten dann oft 30 Franken/Nacht. Aus dem Paradies ist also eine Wüste geworden.

Wohnmobil-Stellplatz Iddaburg Gähwil

Wie weiter?

Durch meine Krankheit hat sich die Perspektive auf die Zukunft deutlich geändert. Wir wissen nicht, wie und wie lange wir noch so reisen können. Wir sind froh mit unserer Reise nicht bis zur Pensionierung gewartet zu haben. So lange es geht, werden wir aber weitermachen und noch einige faszinierende Reiseberichte veröffentlichen.

Herzlichen Dank an unsere treuen Leserinnen und Leser. Es würde uns freuen, wenn ihr auch weiterhin bei Living in a Box mitreist!

Liebe Grüsse von Sabine, Monti und Reto

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